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16. Februar 2026

Kreispokalsieger 2026 – Weibliche B-Jugend schreibt ihr eigenes Märchen

Es gibt diese besonderen Tage im Sport, die man nie wieder vergisst. Tage, an denen plötzlich alles zusammenpasst. Tage, an denen aus einem vermeintlichen Underdog ein echtes Siegerteam wird. Genau so ein Tag war das Final Four des Kreispokals 2026 für unsere weibliche B-Jugend am vergangenen Sonntag.

Doch beginnen wir von vorne.

Neben dem Ligabetrieb gehört der Kreispokal traditionell zu den festen Terminen im Handballkalender. Ziel ist es, die beste Mannschaft des Kreises zu ermitteln – häufig mit einem vorhersehbaren Ausgang, denn meist setzt sich das klassenhöchste Team durch. Entsprechend gedämpft waren die Erwartungen, zumal der Finaltermin mitten in die Karnevalssession fiel und am Karnevalssonntag ausgetragen wurde.

Der Weg ins Final Four begann bereits im November mit einem souveränen Sieg gegen die wB des TV Schloß Neuhaus. Doch kurz vor dem Finaltag sorgten Verletzungen und krankheitsbedingte Ausfälle für zusätzliche Unsicherheit. Als sich auch noch Friederike Kolitsch im letzten Spiel verletzte, reisten wir mit gemischten Gefühlen nach Detmold – aber mit großem Zusammenhalt im Gepäck.

Auf der Tribüne sorgten zahlreiche Eltern, lautstark und sichtbar in Fanshirts, für eine Atmosphäre, die von Beginn an spüren ließ: Heute könnte etwas Besonderes passieren.

Unser Ziel war zunächst bescheiden formuliert: nicht untergehen, sondern mutig auftreten und zeigen, was in uns steckt. Schließlich warteten mit Handball Lemgo, der SG Handball Detmold und dem TuS 1919 Müssen-Billinghausen ausschließlich Bezirksligateams – Gegner mit Qualität und höherklassiger Erfahrung.

Ein Auftakt, der Hoffnung machte

Die Ansprache vor dem ersten Spiel war bewusst einfach gehalten: „Keine komplizierten Vorgaben. Habt Spaß, spielt Handball – und rührt in der Abwehr Beton an.“

Und genau das tat die Mannschaft.

Von der ersten Minute an entwickelte sich ein intensives Spiel, geprägt von Leidenschaft und kompromissloser Abwehrarbeit. Lücken wurden geschlossen, Zweikämpfe angenommen und jeder Ball umkämpft. Im Tor wuchs Catharina über sich hinaus und brachte die Gegnerinnen mit tollenParaden zur Verzweiflung.

Im Angriff spielte das Team mutig, suchte konsequent die bessere Lösung und nutzte Chancen über kluge Spielzüge und Einläufer. Eine knappe Halbzeitführung (4:3) war der verdiente Lohn. Mit zunehmender Spieldauer wuchs das Selbstvertrauen – und am Ende stand ein überraschend klarer 11:6-Erfolg.

Spätestens jetzt wurde klar: Wir waren nicht hier, um nur mitzuspielen.

Der Glaube wächst

Mit Handball Lemgo wartete im zweiten Spiel ein Gegner, der uns in der Vergangenheit deutlich die Grenzen aufgezeigt hatte. Beide Begegnungen in der letzten Saison waren verloren gegangen. Doch diesmal war etwas anders.

Die Mannschaft trat geschlossen auf, verteidigte leidenschaftlich und ließ sich auch von der körperlichen Präsenz des Gegners nicht einschüchtern. Die Defensive um Leonie und Marike wurde zum Bollwerk, während Catharina im Tor weiterhin überragend hielt.

In einem intensiven und nervenaufreibenden Spiel konnte sich lange kein Team absetzen. Als kurz vor Schluss beim Stand von 5:5 ein Siebenmeter gepfiffen wurde, übernahm Matilda Verantwortung – und verwandelte eiskalt. Es war der entscheidende Moment. Lemgos letzter Angriff verpuffte, und mit dem Schlusspfiff brach der Jubel aus: zwei Spiele, zwei Siege.

Jetzt war alles möglich.

Der Weg zum Pokalsieg

Im letzten Spiel gegen die SG Handball Detmold hätte bereits ein Unentschieden zum Pokalsieg gereicht. Doch die Mannschaft wollte mehr. Trotz sichtbarer Erschöpfung – insbesondere bei den Spielerinnen, die nahezu ohne Pause durchspielten – mobilisierten alle noch einmal die letzten Kräfte.

Wieder war die Abwehr der Schlüssel. Detmold fand lange kein Mittel gegen unser kompaktes Spiel. Im Angriff machten sich zwar Müdigkeit und Konzentrationsfehler bemerkbar, doch das Rückzugsverhalten blieb vorbildlich. Jeder Ballverlust wurde mit einem Sprint zurück in die Defensive beantwortet.

Zur Halbzeit führten wir mit 4:3. Danach entwickelte sich eine torarme Phase voller Spannung, in der jeder Treffer entscheidend schien. Mit letzter Kraft erzielten wir ein weiteres Tor – und als auch Detmold nur noch einmal traf, war die Sensation perfekt.

Mit dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Spielerinnen und Trainer lagen sich in den Armen, Emotionen entluden sich, und aus einem Traum wurde Realität.

Mehr als ein Turniersieg

Am Ende standen 6:0 Punkte und ein Torverhältnis von 22:15 – verbunden mit der mit Abstand besten Abwehr des Turniers.

Doch dieser Erfolg ist mehr als nur ein Pokalsieg. Er ist das Ergebnis einer beeindruckenden Entwicklung. Mit kleinem Kader, großem Teamgeist und unermüdlichem Einsatz hat sich die Mannschaft Schritt für Schritt gesteigert. Rückschläge wurden gemeinsam verarbeitet, Fortschritte gemeinsam gefeiert.

Auf dem Feld dominieren gegenseitige Unterstützung, Vertrauen und der Wille, gemeinsam Lösungen zu finden. Fehler werden nicht kritisiert, sondern aufgefangen – und genau das macht dieses Team so besonders.

Auch Offizielle und gegnerische Zuschauer waren sich einig: Am Ende hat die beste Mannschaft gewonnen.

Mädels, ich bin stolz auf euch – auf euren Einsatz, euren Zusammenhalt und das, was wir gemeinsam erreicht haben.

Jetzt gilt es, die Euphorie mitzunehmen und in den verbleibenden Saisonspielen weiter an der Verbesserung des Tabellenplatzes zu arbeiten. Allen Handballfans sei ein Besuch in der Halle ans Herz gelegt: Kommt vorbei, feuert das Team an und erlebt die Begeisterung hautnah.

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